Neun Tage sind nun vergangen seit der Veröffentlichung der reisserischen Medienmitteilung der Kantonspolizei Bern und dem darauffolgenden von den Medien produzierten “Skandal”. In welcher Art und Weise dieser “Skandal” Auswirkungen auf die Stadionabstimmung hat, kann wohl nie beantwortet werden. Gerade Weder-Gegner (und damit aus Trotz Stadion-Gegner) haben deutlich an Wind verloren. Der aktuelle Präsident des FC Thun Dr. Kurt Weder und sein Team haben den “Skandal” bisher souverän (soweit dies überhaupt möglich ist) gemeistert und dadurch Sympathien gewonnen.

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Nun ist es also tatsächlich so, wie man bereits Monate zuvor erwartet hat. Das Ultimatum des Schweizerischen Fussballverbandes SFV für das Einreichen eines Baugesuches für ein Super League taugliches Stadion wurde um zwei Jahre hinaus verschoben. Dieses Hinausschieben zu diesem Zeitpunkt (nur gerade vier Monate vor dem Ende des Ultimatum) ist lächerlich und zeigt einmal mehr die Unglaubwürdigkeit des Schweizerischen Fussballverbandes.

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Vielen Dank für den Leserbrief von René Lauper (Vorstandsmitglied IGT, Thun). Im Gegensatz zu ihm, finde ich es allerdings schade, dass ein Teil der Innenstadt heute mit Autos befahren wird. Die Meinung zur Fussgängerzone teile ich jedoch nicht. Ich finde es schade, dass eine so schöne Stadt mit Autos vollgepflastert ist.

Ja zum Stadion, Nein zur totalen Fussgängerzone
Das Lachenstadion ist stark sanierungsbedürftig und muss ersetzt werden, kann aber von der Stadt nicht finanziert werden. Thun braucht ein neues Stadion für den Spitzensport und zusätzliche Anlagen für den Breitensport. Damit es ohne Steuergelder von privaten Investoren gebaut werden kann, braucht es die Koppelung mit einer kommerziellen Zusatznutzung, dies unter anderem auch in Form eines Einkaufszentrums.Die daraus erwachsende Konkurrenz zu den Innenstadtgeschäften löst bei den betroffenen Geschäftsleuten Besorgnis aus. Meiner Meinung nach wiegt aber die Tatsache, dass der Wirtschaftsstandort durch den Bau dieses attraktiven Stadions mitsamt Mantelnutzung nachhaltig gestärkt wird, die Befürchtung von Umsatzeinbussen in der Innenstadt auf. Marktanalysen haben bestätigt, dass mit der wachsenden Bevölkerung in der Region und der steigenden Mobilität zusätzliche Einkaufscenter einem Bedürfnis entsprechen und somit ohnehin geplant werden. Darum, packen wir die Chance und sagen Ja zum Vorschlag «Stadtrat« und lehnen den Volksvorschlag ab. Wer für eine attraktive, lebendige Innenstadt einsteht und die Geschäftsleute unterstützen will, lehne zudem die überrissene SP–Initiative zur überdimensionierten Fussgängerzone ab, denn diese würde den Lebensnerv der Innenstadtgeschäfte empfindlich treffen.

Vielen Dank auch René Gygax (Thuner Tagblatt) für die Kolumne auf der Front Seite des Thuner Tagblatts.

Jetzt kein Eigentor!
Der FC Thun – vor zwei Jahren noch Liebkind der Nation und mit der Champions League in den internationalen Schlagzeilen – macht gegenwärtig denkbar schlechte Werbung für die Stadion-Abstimmung vom 9. Dezember: Das Auf und Ab seiner Leistung in der Meisterschaft, eine seit anderthalb Jahren missratene Transfer-Politik im Angriffsbereich, die reale Abstiegsgefahr… und jetzt noch das.

Doch statt nun das Kind mit dem Bade auszuschütten, muss klar differenziert werden: Auch wenn sich der Verdacht auf die persönlichen Verfehlungen einzelner Spieler erhärtet hat, gilt bis zu einem Urteil die Unschuldsvermutung. Ohne etwas schönreden zu wollen: Die Fälle Zürich-Seebach und Steffisburg haben gezeigt, dass von einer ersten Anschuldigung manchmal weniger als befürchtet übrig bleibt.

Und schon rein gar nichts zu tun haben die Verfehlungen mit dem neuen Stadion, das Thun braucht. Spieler kommen und gehen, das Stadion bleibt. Nicht nur für Fussball und den FC Thun, sondern als Event-Arena für die elft-grösste Stadt der Schweiz.

Es wäre töricht, jetzt dem FC Thun mit dem Stimm- einen Denkzettel zu verpassen. Es wäre, in der Fussballsprache, ein gigantisches Eigentor. Denn eine Abstrafung würde die Falschen treffen: Uns, die Thunerinnen und Thuner.

Vielen Dank auch an den Schreiber des folgenden Leserbriefs Gerhard Schmid:

Damit wir nicht zur Lachnummer werden
Am 9.Dezember sind wir aufgerufen, uns an der Urne zu einer Umzonung eines Terrains in Thun-Süd zu äussern. Bei einem positiven Abstimmungsresultat, sprich Variante Stadtrat ja, Variante Volksvorschlag nein, erhält die Stadt Thun gratis und franko ein neues Fussballstadion für 30 Millionen Franken geschenkt, parallel dazu Perspektiven für zusätzliche Spielfelder für den Breitensport. Sachliche Gründe gegen die Stadtratsvariante kann ich mit bestem Willen nicht feststellen. Hie und da höre ich, dass wir kein weiteres Einkaufszentrum brauchen oder man ist mit der Klubpolitik des FC Thun nicht einverstanden.

Aber es ist doch nicht an uns, zu entscheiden, ob es ein Einkaufszentrum braucht oder nicht. Wenn ein Investor da ist, der investieren will, ist das doch allein sein Entscheid, zudem sind ohnehin im überwiegenden Teil Fachmärkte vorgesehen. Wenn nicht in Thun-Süd, werden diese sicher in einer Nachbargemeinde realisiert. Zur Klubpolitik des FC Thun ist zu sagen: Natürlich wurden in der Vergangenheit offenbar Fehler gemacht. Dies sollte aber kein Grund sein, ein zukunftsgerichtets Projekt abzulehnen.

Ein wichtiges Argument für die vorliegende Umzonung wurde in den bisherigen Diskussionen kaum zur Kenntnis genommen. Bei Annahme der Variante Stadtrat bleibt nämlich ein bedeutender Teil der in Frage stehenden Fläche grün (für die zusätzlichen Spielfelder).

Bei Ablehnung könnte die Burgergemeinde ja später auf die Idee kommen, eine «rentablere» Umzonung anzustreben und das Terrain etappenweise ganz zu überbauen. Dieses Argument sollte auch alle «grün» Denkenden zu einem Ja zur Stadtratsvariante motivieren.

Es geht um ein positives Zeichen, welches wir von unserer Stadt aussenden können, es geht um Aufbruch in die Zukunft.

Ich hoffe ganz fest, dass wir am Abend des 9.Dezember nicht zur Lachnummer der Nation werden, zum Seldwyla der Schweiz, eine Stadt, die ein Geschenk von 30 Millionen Franken ablehnt!