Neun Tage sind nun vergangen seit der Veröffentlichung der reisserischen Medienmitteilung der Kantonspolizei Bern und dem darauffolgenden von den Medien produzierten “Skandal”. In welcher Art und Weise dieser “Skandal” Auswirkungen auf die Stadionabstimmung hat, kann wohl nie beantwortet werden. Gerade Weder-Gegner (und damit aus Trotz Stadion-Gegner) haben deutlich an Wind verloren. Der aktuelle Präsident des FC Thun Dr. Kurt Weder und sein Team haben den “Skandal” bisher souverän (soweit dies überhaupt möglich ist) gemeistert und dadurch Sympathien gewonnen.
Dies bringt auch Heinz Steiner in seinem Leserbrief im heutigen Thuner Tagblatt klar zu Ausdruck:
Souveräner Präsident
Wenn der Erfolg für den FC Thun ausbleibt, wird der Präsident Kurt Weder in letzter Zeit häufig kritisiert. In der vergangenen Woche hatte er im Zusammenhang mit dem Verdacht von sexuellen Übergriffen von Spielern auf ein 15-jähriges Mädchen eine harte Bewährungsprobe zu bestehen und wurde im Kreuzfeuer der Medien bis zum Äussersten gefordert. Er hat sich aber souverän präsentiert, offen und ehrlich Auskunft gegeben und auch nichts beschönigt. Als Präsident hat er klug und überlegt Antwort gegeben und damit für den Verein das Beste erreicht, was unter diesen misslichen Umständen noch möglich ist. Es ist auch eine gewisse Erleichterung, dass die Mehrzahl der Spieler, die heute regelmässig in der ersten Mannschaft mitwirken, vom Verdacht des sexuellen Übergriffes befreit werden konnte. Die unglückliche Affäre schweisst den FC Thun hoffentlich noch zusammen, was im Hinblick auf die nächsten Spiele und vor allem auf die Abstimmung Thun Süd erforderlich ist.
Herr Markus Seiler appelliert in seinem Leserbrief vom 21. November an den Teamgeist der Thuner Bevölkerung:
Sind wir ein Team?
Viele Sportler (Fussballer) stimmten damals dem Ausbau des Schadausaals zu. Sie waren sich der Wichtigkeit dieses Saals für einige grosse Events der Stadt Thun bewusst. Jetzt erwarte ich von der Gegenseite auch ein dementsprechendes Entgegenkommen. Ein Team sein, auch unter der Thuner Bevölkerung, mit allem kritischen Hinterfragen, was zu jedem grossen Projekt sicher dazugehört, ist nach mir der richtige Standpunkt! Es ist jetzt an der Zeit, ohne Neid und Missgunst zusammenzustehen, einheitlich als Thuner Sportvereine aufzutreten und für das neue Stadion zu stimmen! Bei einem weiteren Scheitern des Projekts wären mit der Zeit nicht nur der FC Thun mit seiner Topnachwuchsförderung, sondern alle Thuner Sportvereine die Leidtragenden! Darum bitte ich Euch: «Seid ein Team!»
Das Stadion Thun-Süd kommt aber nicht von alleine, es braucht den Einsatz von allen, um möglichst viele falsche “Tatsachen” aus dem Weg zu räumen. Von solchen Irrtümern handelt auch der Leserbrief von Johannes Saurer zeigt:
Falscher Standort
Thun Süd ist der falsche Standort! Wie ein Gürtel umfasst die Burgerstrasse den Stadtkörper und verhindert ein unschönes Ausfransen der Bebauung. Dank der grosszügigen Grünfläche der Burgerallmend bleibt Allmendingen ein selbstständiges Dorf und verschmilzt nicht mit Thun wie etwa Hünibach und Hilterfingen. Durch die geplante Überbauung mit einem Supermarkt wird das intakte, qualitätsvolle Orts- und Landschaftsbild stark gestört. Übrigens: Wer spricht hier von einem Geschenk an die Stadt? Die Stadt Thun verschenkt hier etwas Wertvolles. Ich werde zweimal Nein stimmen.
Das Land auf welchem das Stadion Thun-Süd gebaut werden soll, gehört nicht der Stadt Thun sondern der Burgergemeinde! Allmendingen ist zudem kein eigenständiges Dorf (wie das erwähnte Hilterfingen) sondern ein einfaches Thuner Aussenquartier wie Dürrenast!