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Nov
15
2007

Stadion Thun-Süd: Schach und Fussball

Lieber Herr Jürg Läderach. Ich möchte Sie bitten, sich zumindest ein bisschen zu informieren, bevor Sie einen Leserbrief schreiben. Was sie hier schreiben grenzt bereits an Verleumdung, es wird nämlich offen und ehrlich kommuniziert. Es wurde immer kommuniziert, dass der FC Thun Miete bezahlen muss (aber sicherlich nicht die Stadt), dass ein Einkaufszentrum entsteht, dass die Stadt die Erschliessungskosten übernimmt, etc. Wussten Sie von diesem doch eher “ungewöhnlichen Vertrag”, welcher die HSR dazu zwingt das Stadion und Einkaufszentrum nach Minergie Standard zu bauen. Bitte informieren Sie sich doch bitte zuerst korrekt!

Schach und Fussball
Die Befürworter sprechen ausschliesslich von einem Stadion. Dass dazu ein Einkaufszentrum gebaut werden muss, wird verschwiegen. Mit je 5000 Franken Prämie macht man die Hobbygärtner mundtot. Es wird behauptet, die Benützung des Stadions durch den FC Thun sei für diesen gratis. Damit wird dem Bürger vorgegaukelt, die ganze Sache sei für ihn kostenlos. Kommt dazu, dass ein weiteres Einkaufscenter in unmittelbarer Nähe zur Thuner Innenstadt dieser zusätzlich schadet. In Thun fehlt ein Sportkonzept. Was passiert mit dem Lachenstadion? Wo sind die nötigen Spielfelder für den Nachwuchs? Welche Bedürfnisse haben die Leichtathleten und die Handballer? Dass die Eisbahn für mindestens 10 Mio. Franken dringend saniert werden muss, ist seit Jahren bekannt. Auf solche grundsätzliche Fragen hat die Thuner Politik keine Antwort, nimmt aber für sich einen Führungsauftrag in Anspruch.Die Grünen predigen das Energiesparen mit missionarischem Eifer. Hier nehmen sie aber in Kauf, dass ein neuer, für die Versorgung unnötiger Konsumtempel ans Netz geht. Nach diesen Gutmenschen kann man ja dann in der Thuner Innenstadt flanieren und mitten im Bälliz Schach spielen. Wirtschaftlich interessante und notwendige Kunden werden ausbleiben. Der Teufelskreis beginnt: weniger Umsatz = weniger Geschäfte = weniger Arbeitsplätze = weniger Lehrstellen, = weniger Attraktivität, damit wieder weniger Umsatz = … Diese bittere Erfahrung haben andere Städte bereits gemacht. So zum Beispiel die Stadt Essen in Deutschland. Ich bin zuversichtlich, dass der Stimmbürger erkennt, dass es hier beim Stadion nicht um den Breitensport geht. Und dass die Initiative für eine verkehrsfreie Innenstadt lediglich Wahlpropaganda für eine angeschlagene Partei ist. Die Annahme der beiden Vorlagen wären für die Zukunft unserer Stadt verheerend.

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